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Samstag, 5. September 2009

Hochwasser

Mein Zuhause wurde ja schon bei einem normalen Regen überflutet. Jetzt erreichte der Wasserstand Kniehöhe. Zum Glück ist es im Moment unbewohnt.
Zum Glück geht es auch all meinen Freunden gut. Sie haben nur kleinere Schäden zu verzeichnen. Ihre Lehmhäuser sind alle intakt, bis auf ein paar reparable Löcher.
Wenn sie mir berichten, können sie's immer noch nicht fassen, welche Tragödie sich da am Dienstag abspielte.

Land unter in Ouaga

Aus der BAZ vom 5. September 2009

«Es war eine Sintflut»

Aktualisiert am 05.09.2009

In mehreren Ländern in Westafrika sind nach Angaben der Uno mehr als 350'000 Menschen von schweren Überschwemmungen betroffen. Die Zahl der Todesopfer steigt.


Rette sich, wer kann: Einwohner Ouagadougou mit ihrer nötigsten Habe auf der Flucht vor den Wassermassen.
Bild: Keystone

Bislang sind in Ghana mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen; in Burkina Faso starben sieben Menschen, wie die Uno am Freitag mitteilte. Besonders kritisch sei die Lage in Burkina Faso, wo 110'000 Menschen aus ihren Häusern fliehen mussten, vor allem in der Hauptstadt Ouagadougou. Das grösste Krankenhaus des Landes sei zu zwei Dritteln überflutet.

Wie die Sprecherin des Uno-Koordinierungsbüros für humanitäre Angelegenheiten, Elisabeth Byrs, in Genf mitteilte, fiel am Donnerstag in Ouagadougou soviel Regen wie sonst in einem Vierteljahr im gesamten Burkina Faso. «Es war eine Sintflut», erklärte sie. Die Zahl der Todesopfer werde wahrscheinlich noch steigen. Betroffen sind von den Überschwemmungen auch Guinea, Niger und Senegal.
(raa/ap)

Mittwoch, 18. Juni 2008

unruhen

die unruhen sind vorbei. in den abendnachrichten berichteten sie ueber die zusammenstoesse. die studenten warfen steine in bueros, auf autos etc um fuer ihr recht zu kaempfen. anscheinend fanden schon mehrere treffen mit der unileitung statt, wo die studenten forderten, dass sich vieles aendern muss. es hat nicht genuegend profs, keine unterrichtsmittel, es fehlt an geieigneten unterkuenften etc. kurz zusammengefasst fehlt es an allem.
da nach den treffen nichts geschah, verloren die studis das vertrauen in die leitung.
gestern, nach einer kurzen diskussion, die wieder zu nichts fuehrte, liessen sie steine sprechen.
es gab mehrere verletzte, da die gendarmerie versuchte ordnung in das chaos zu bringen.

fuer jene, die naeheres wissen wollen, 2 artikel aus den tageszeitungen:


Sidwaya

Le Pays

Dienstag, 17. Juni 2008

ruhe

die lage hat sich anscheinend beruhigt. die hauptachsen sind zwar gesperrt, doch eher als vorsichtsmassnahme.
nun habt ihr live ein bisschen mitbekommen, wie dies hier so laeuft...das buschtelefon existiert tatsaechlich. nebst den botschaften, wird auch per sms untereinander kommuniziert.
eigentlich wird geraten in einer solchen situation radio zu hoeren oder tv zu schauen. doch dort sind keine infos zu kriegen. die erste meldung am radio kam mit den 12 uhr nachrichten. doch man erfuhr nichts konkretes, nur das die studenten und die polizei aneinandergeraten sind und dass die ch. d. g. gesperrt sei.
in den 13.15 nachrichten am fernseher wurde das selbe mitgeteilt und zudem, dass eine ausfuehrliche berichterstatung in den 20h nachrichten vorgesehen sei.
das selbe war bei den grossen protesten in februar den fall. wirklich informieren kann man sich nicht. ein paar brennende pneus wurden dazumals gezeigt und ein paar worte gesprochen. ich glaube, dass das fernsehen nicht gerne auf negativmeldungen reagiert. denn normalerweise werde ich fast "dubetaenzig", wenn sie ueber irgendwelche ministerbesuche, anlaesse etc berichten. alles wird so in die laenge gezogen und auch der kleinste minister wird zum grossen.
dieser zwischenfall zeigte mir einmla mehr...was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. denn eigentlich wollte ich in der stadt noch einige leckereien einkaufen gehen....mal schauen, ob die strassensperren bald aufgehoben werden.

was'n los?

habe soeben dieses sms von der schule erhalten:

something is happening on charles de gaulle- shots fired and tear gas. will keep u informed.

das schweizer konsulat mailte mir:

Bonjour à tous,
On nous signale des émeutes au niveau de l'université avec des tirs dans cette zone suite à des manifestations violentes

Pour votre sécurité nous vous conseillons donc d'éviter tout particulièrement l'avenue Charles de Gaulle et le secteur.
Nous vous remercions des précautions que vous prendrez, avec nos meilleures salutations.

Direction du développement et de la Coopération
Bureau de la Coopération Suisse Agence Consulaire
au Burkina Faso

ich hoere die schuesse von meinem zu hause aus. die uni ist zwar etwa 2km entfernt, doch beunruhigt es doch sehr. es kam immer wieder zu zwischenfaellen mit den studenten, doch habe ich noch nie von schuessen gehoert.

mal abwarten.....

Sonntag, 15. Juni 2008

plage de loumbila




der strand



jardin des jeux



zuckerwatte (barbe de papa) nicht nur fuer die kleinen



auf dem boot




fischer auf dem barrage



das etwas andere afrika....wir fuhren mit ein paar kids nach loumbila plage. ich konnte mir kaum vorstellen einen strand 20 km ausserhalb ouagas zu finden. doch ich taeuschte mich. es gibt ja etliche stauseen hier in burkina. im moment sind es aber eher pfuetzen, doch mit der regenzeit aendert sich dies schlagartig.
loumbila beach ist eine kleine oase. vorallem fuer kinder bietet es pure unterhaltung ohne unterbruch. nebst einem sauberen pool hat es schaukelpferde, rutschbahnen, trampolins...sogar zuckerwatte bietetn sie an.
all dies wurde am ufer des stausees von loumbilla gebaut. man kann auf dem barrage auch eine motorboottour machen und den fischern zusehen.
natuerlich hatte es sehr viele (sehr unfreundliche) weisse mit ihren verwoehnten kids. denn ein normalverdienender burkinabe kann sich kaum einen tag am strand leisten. die poolbenutzung kostet 2.50 fr fuer kids. das geht ja noch, aber fuer ein fanta bezahlt man 2.25, wobei man normalerweise nur 75 rp bezahlt.
dies ist nun also ein vergnuegen, dass sich nur die besserverdienenden leisten koennen.

Montag, 26. Mai 2008

raege raege troepfli


gestern hatten wir den ersten wirklich grossen regen in ouaga. in bobo schuettete es vor einer woche aus allen kuebeln, was dazu fuehrte, dass bereits 3 personen starben.
als ich dann las, dass die 3 personen ausrutschten und so in einem wassergraben landeten, war ich doch etwas schockiert. nun warten wir hier seit wochen auf regen und dann endlich ist das kuehle nass da und leute sterben auf solch tragische weise.
am morgen frueh waren hier in der stadt noch keine anzeichen da, dass bald die metropole ueberflutet werden koennte. Um 7 uhr stand ich bereits in der kirche in Ouaga 2000 um eine erste kommunion zu feiern. mit all den lautsprechern und den massen an leuten hoerte ich auch gar nicht, dass gegen 10 uhr (ja, ich war immer noch in der kirche) der wind heftig zu blasen begann. Um viertel vor elf war ploetzlich ein geraeusch da, das die lautsprecher bei weitem uebertoente. es regnete...und zwar so richtig. ploetzlich war auch die messe aus (war der priester wirklich fertig oder fuerchtete er sich vor der sintflut?).
die strassen waren in sekunden ueberflutet, der strom war mal wieder weg. die leute fluechteten regelrecht, doch 1 minute draussen und du warst bis auf die unterhose nass. ich genoss es. nicht nur dass es schoen abkuehlte, sondern irgendwie erinnerte es mich an meine ersten wochen in ouaga. als ich hier in burkina ankam herrschte ja immer noch regenzeit. meine anfangspanik mit dem auto durch einen see zu fahren, die zuendkerzen, die nicht mehr mitspielten, das ueberflutete haus wegen undichten fenstern...all dies war so neu und aufregend fuer mich. nun merke ich, dass ich beriets die afrikanische ruhe gewonnen habe. ich freu mich sogar ueber wasser, das ins haus fliesst. erwische ich ein loch, dass ich vor lauter wasser nicht gesehen habe, stosse ich keinen fluch mehr aus. werde ich von einem vorbeifahrenden mofa mit schlamm besopritzt, freu ich mich auf die dusche zu hause.
es regnete bis etwa um 15.30 heftig weiter. die staubstrassen wurden zu regelrechten schlammwegen.
als es sich etwas beruhigte sah man leute aus allen winkeln schluepfen. die temperaturen waren so angenehm, dass es sich nun lohnte so richtig zu feiern. auch konnte man ja genuegend schlafen bei diesem wetter(auf jeden fall diejenigen, die nicht zur kirche mussten).
heute wurde nun also die regenzeit eingelaeutet. auf weitere nassen tage...

Mittwoch, 14. Mai 2008

Reissack












ja, ja...ich startete ein kleineres projekt mit meinem schneider. klar wusste ich, dass es probleme geben koennte. nicht wirklich grosse, sondern halt afrikanische hindernisse, an die ich gar nicht denken konnte.
die ersten 2 modelle sind in produktion gegeangen. nachdem wir sicher etwa 7 designs genaeht hatten, entschlossen wir uns fuer das model "Ouagadougou" und " Sauce". wir schauten die prototypen genau an, ich gab ihm hinweise, was zu aendern war oder besser gemacht werden musste. gestern nun, nach etlichen wochen, stand er mit 10 fertigen taschen vor der tuere. genial...super schoen genaeht, mit details versehen, richtig toll. natuerlich wusste ich, dass die leute die taschen mir unter den haenden wegkaufen wuerden. daher sagte ich ihm, dass er sofort weiterproduzieren muesse, da ich ja auch welche mit in die schweiz nehmen moechte.
er druckste wieder rum, wie auch schon einige male vorher. ich sagte ihm, dass er jetzt nicht mehr nur fuer mich arbeite, sondern auch fuer andere und er solle doch mit der sprache rausruecken. denn jetzt muessen termine eingehalten werden...
et voila...das problem ist, dass er ja eigentlich geld fuer eine naehmaschine spart. das heisst, er hat keine eigene. im atelier um die ecke sind es 4 schneider auf 2 maschinen. dort kann er seine taschen nicht naehen, da der chef dies nicht mehr moechte. nun muss er immer eine frau fragen, ob er ihre maschine mieten darf. diese frau kennt ihn zuwenig, sodass sie ihm die maschine nur immer fuer ein paar stunden leiht. und dies nicht taeglich. das heisst, dass er staendig am organisieren der maschine ist und so gar nicht recht arbeiten kann. er sagte mir, dass wenn er die maschine nur mal 2 tage haben koennte, wuerde er massen produzieren koennen, doch so ist es schwierig. das sind wirklich probleme. zacharias will wirklich arbeiten. er ist auch gaz begeistert vom projekt, doch nun hindert ihn die tatsache, dass er keine eigene maschine hat daran, fleissig zu naehen.
die 10 taschen hab ich heute mit in die schule genommen. nun, um 8.00 sind nur noch 2 uebrig. ich habe mit dem gerechnet. nun muessen wir heute schauen, wie er moeglichst schnell wieder taschen herstellen kann. zudem moechte ich ja auch noch andere dinge genaeht haben. mit mam haben wir bereits tischsets und abfallkuebel ausprobiert. auch schuletuis sind ganz witzig.
das schoene an der ganzen geschichte ist , dass auch die burkinabes ploetzlich geschmack an den allten saecken bekommen.
zu beginn wurden wir belaechelt. sie nahmen uns hoch und sagten, dass doch nur yamswurzeln und maniok in die saecke gehoert. zudem targen nur die leute aus dem dorf eine reisacktasche mit sich (modell migros papiertasche). nun wird er bestuermt und die frauen fragen nach neuen modellen oder strecken einfach mal wieder die nase rein um zu schauen, was es neues gibt.

Montag, 12. Mai 2008

aasgeier


eine nicht so schoene seite ouagas....die aasfresser. auf jedem abfallberg sieht man sie sitzen, nach resten suchend. zudem fuehrt ihr haessliches aussehen dazu, dass man aber auch gar kein bisschen freude beim anblick empfinden kann. schweben sie ueber den koepfen vorbei, sieht man die groesse dieses viechs. ich bete immer, dass nie einer aus purem zufall auf meinem kopf landen wird.

da wird man ganz sturm




der sonntag morgen fuehlte sich wieder heiss an. manchmal rinnen die schweisstropfen runter, ohne dass man wirklich eine unglaubliche hitze fuehlt. jeder tropfen wird irgendwie aus dem koerper gesaugt.
gegen 12 machten wir uns auf den weg zu einem fest. ich schaute kurz nach draussen und sah, dass von osten dicke, schwarze wolken im anmarsch sind. doch dies muss nicht heissen, dass es dann wirklich auch aus allen eimern regnet. sicherheitshalber schloss ich alle fenster (obwohl sie ja nicht regendicht sind).
die graue front kam immer naeher. die leute schienen sehr gestresst auf den velos und mofas und man musste sehr vorsichtig sein.
auf einmal waren die strassen leergefegt und ein regelrechter sandsturm tobte durch die stadt. zeitweise sah man kaum noch vor die nasenspitze. wer nun noch draussen war wurde regelrecht mit dreck und sand paniert.



nach etwa 20 minuten wurde die sicht wieder klarer. es stuermte immer noch, doch war der wind nicht mehr von schmutz begleitet. nun sah man kinder rumrennen...einen schwarzen plastiksack (die bekannten sachets noir) an der schnur, et voila der winddrachen ist fertig. nun stuermt es schon bald 45 min, doch geregnet hat es immer noch nicht. die luft hat sich herrlich abgekuehlt, sodass ich sogar kuehle fuesse habe.
der himmel ist immer noch kohlrabenschwarz. es tropft. es regnet.....ein kleines bisschen. irgendwie ging das gewitter quer an uns vorbei. die blitze waren jedoch bemerkenswert und das grollen der donner angsteinfloessend.
kein regen, dafuer dennoch eine abkuehlung. ich freu mich schon auf die regenzeit, wenn der garten ueberschwemmt ist, die scheibenwischer keine chance gegen die wasserfaelle haben, das auto ploetzlich schwimmflossen bekommt...und die luft sich ein bissl abkuehlt.

Dienstag, 6. Mai 2008

welch ein segen, ouagas regen



in den letzten tagen hat es ab und zu ein paar tropfen in ouaga gegeben. doch nicht mal genug um von regen zu sprechen.
sonntag und montag abend begann es erstmals zu stuermen. der wind blies alles fort. mit unglaublicher wucht fegte er durch die strassen ouagas. der himmel faerbte sich rot, wie der boden. die luft war sandgeschwaengert. ich ging nur einen moment raus um die 2 fotos zu machen. nebst der angst, dass es jeden moment mein wellblechdach wegreissen wuerde, bemerkte ich, dass der staub bereits in meinem mund gelandet war. durch die kleinste ritze drang der sand und dreck ein.
gestern abend nun folgte nach dem sturm der eraste richtige regen. es ist noch laengst nicht ein "regenzeitregen". doch reichte es aus, meinen garten einige sekunden unter wasser zu swetzen.
durch die nacht hoerte ich, wie es nochmals ein bisschen regnete. welch herrliche abkuehlung....
mein morgenkaffe auf dem sitzplatz konnte mir heute keinen schweissausbruch bescheren. zu kuehl war der wind und die luft!

Dienstag, 15. April 2008

hot hot hot


ein kurzer jammerpost....wird nicht schlimm werden...
piment, der (das,die?) chili afrikas. bei jeder mahlzeit dabei. puderdig, fluessig, vermischt mit zwiebel, dick, scharf, mild, gelb, orange, rot, gemahlen, schweisstreibend...jede/r hat sein geheimrezept, seine mischung.
das pudrige, gemahlene schmeckt mir nicht so. die chilisauce schon eher. doch vorsichtig versuche ich zunaechst ein troepfchen, denn feuerspucken will ich nicht.

das pouletstueck darin getaucht, den scharfsuesslichen geschmack auf der zunge, beginnt es dennoch ploetzlich zu brennen. puhhhhh....ja kein wasser, was denn? man spuert die hitze langsam die speiseroehre runterwandern, bis sie schlussendlich im mmagen ankommt. in ein paar stunden kann man dann die schaerfe im darmbereich (:-)) spueren und spaetestens morgen auf der toilette (sorry, unanstaendig was ich schreibe, gehoert aber dazu). zurueck zum magen....der magen heizt sich auf und man beginnt zu schwitzen. rinnsale auf der stirn werden zu baechen, baeche zu fluesse, fluesse zu einem wasserfall. das t-shirt ist pflotschnass, die frisur kaputt, da 3 wettertaft nicht dem schweissausbruch standhalten kann. Es bleibt nur die dusche.

das ist eine alltaegliche pimentbeschreibung und erfahrung. nichts besonderes, zwar ein bisschen unangenehm. doch....nun kommt der jammer....wasserfaelle ohne piment stuerzen von der stirn ueber die ohren zum kinn, weil es einfach sooo heiss ist.
von tag zu tag heizt sich die luft auf. heute morgen war es zum ersten mal schon um 6 nicht mehr erfrischend kuehl, sondern das thermometer zeigte bereits 26 grad. in der schule haben wir klima. doch die sonabel kommt nicht nach mit der stromproduktion, was dazu fuehrt, dass jedes viertel jeden tag nach einem plan 5 stunden stromausfall hat. bloede, wenn dies gerade waehrend der schulzeit stattfindet und unsere generatoren nicht mehr mitmachen. um 14 uhr, wenn ich nach hause komme, ueberfaellt mich mit der hitze auch die muedigkeit. geschlafen wird nicht, da sonst der schweiss das sofa einweicht. es hat nun bereits 45- 47 grad.
ab 15 uhr rinnt der schweiss nur noch. ich weiss nicht mit was das zusammenhaengt: wie spaeter der abend ,umso mehr tropft es aus den poren. erklaerung?
zudem nuetzen die ventilos auch nichts mehr, da die nur die warme luft von der decke zu mir auf den boden wehen...
ich lebe, ich trinke, ich atme...es geht mir gut! dennoch...ES IST HEISS!!!

Donnerstag, 10. April 2008

streik



die 2 angekuendigten streiktage verliefen ziemlich ruhig. der dienstag schien mir ein tag wie jeder andere auch, gestern jedoch hatten einige einrichtungen geschlossen. nebst der post und der sonabel (strom), war anscheinend auch das hauptspital yalgado im streik. personal wurde reduziert und alles funktionierte auf sparflamme. anscheinend sprach sich dies herum, denn normalerweise gibt es durchschnittlich 20 notfaelle an einem morgen und gestern waren es nur 2. die kleinen laeden, die es zu hunderten hier in ouaga gibt, liessen auch ihre rolladen runter. Dass sie mitstreikten bezweifle ich, da nach ein paar stunden alle wieder stramm hinter der ladentheke standen. ich denke vielmehr, dass aus angst vor groesseren ausschrietungen die buden und shops geschlossen waren.
die wirtschaftliche situation ist fuer viele burkinabes tatsaechlich sehr sehr schwierig geworden. ein punkt der verhandlungen ist auch die erhoehung der loehne. denn schon seit jahren stiegen die preise konstant, die salaere aber wurden nie angepasst. nun, da alles explodiert und von konstanz keine rede mehr sein kann, gleicht das verdiente geld "einem tropfen wasser auf einem heissen stein". die bauern behalten sogar ihren mais und das hirsemehl fuer sich, anstelle es zu verkaufen. dies fuehrt wiederum dazu, dass in den lebensmittellaeden sogar diese hauptnahrungsmittel knapp werden. mit geld im sack haben, hat man noch nicht gegessen....
als ich nach meinem letzten blogpost einkaufen ging, erschrak ich gerade um ein weiteres. natuerlich sah ich die leeren regale....doch standen links und rechts immer noch genuegend produkte. doch diesen dienstag war kein troepfchen milch mehr zu finden. der reisspeicher meines lebensmittelhaendler, der normalerweise bis oben mit saecken gefuellt ist, war fast leer. die situation isy wirklich ernst. an oliven hingegen mangelt es nicht....in reih und glied, ueber mehrere tablare verteilt dekorieren sie die gestelle. verrueckte welt!
ich weiss gar nicht, ob ihr euch diese ganze situation vorstellen koennt. ich fuer mich muss eingestehen, dass die bilder von den gaehnendleeren alimentations mir ein mulmiges (und zugleich unverstaendliches, wuetiges...)gefuel im bauch hervorrufen.
burkina ist natuerlich nicht das einzige land, das es hart trifft. der president der elfenbeinkueste sagte: dies ist nur der anfang! wo fuehrt dies wohl noch hin? wie lange lassen sich hungrige maegen von der regierung beruhigen? wie lange kann die verzweiflung noch mit hoffnung unterdrueckt werden?

Die 2 comics sind aus dem "journal du jeudi", eine satirische donnerstagszeitung, die es immer auf den punkt bringt!

nebenbei....die studenten streiken hier auch in regelmaessigen abstaenden. das studienjahr begann etwa 2 monate zu spaet wegen streiks. letzte woche marschierten sie die charles de gaulle rauf und runter, um ihrem aerger und ihren entaeuschungen luft zu machen.

Dienstag, 8. April 2008

lueckenfueller


gut...nach einigen beschwerdenmails geb ich es zu...mein letzter post war ein lueckenfueller. die zeit rennt mir im moment davon, sodass ich es einfach nicht schaffte etwas gescheites zu schreiben.
in letzter zeit habe ich das gefuehl, dass die tage nur so davonfliegen. zum dritten mal in diesem schuljahr waren wieder zeugnisse angesagt. noten mit berichten fuer ueber 80 schueler zu schreiben, ist bei gott kei zuckerschlecken. dazu kommt noch, dass wir in paar tagen besuch von einem gremium bekommen, dass dafuer sorgt, dass die internationalen schulen die ziele erfuellen. alle 5 jahre steht so ein besuch an und natuerlich muss es jetzt gerade mich treffen. im moment lese ich mich in das dossier ein, studiere die ziele, die ISO vor 5 jahren abgegeben hat und die nun ueberprueft werden.
die sommerferien sind in reichweite. 9 wochen fehlen noch bis zum kollaps...:-)
es ist spannend zu sehen, wie die 12. klaessler ihren prom organisieren, die einladungen verschicken, abendroben von mir gezeichnet haben wollen (damit sie der schneider dann naeht)... sitzt ein kleid schief, hoffe ich, es ist nicht wegen mir.
nach 7 monatiger touristensaison, ist gestern abend mein letzter gast abgereist. ich denke, es wagt sich niemand mehr im mai, april, juni in die gluthitze ouagas. mal schauen, wie ich meinen ersten nachmittag seit langem mal wieder alleine verbringen werde. ich bin sicher, dass ich vor lauter einsamkeit selbstgespraeche fuehren werde. liebe freunde...plant schon mal die daten fuer das naechste jahr, damit ich das zimmer reservieren kann und ungefaehr ausrechnen kann, wie viele buecher ich anschleppen muss, um die freud und freundlosen tage gut zu ueberstehen. oder noch besser: meldet mir die daten, damit ich euch bereits meine liste zuschicken kann, mit all den dingen, die ihr mir mitbringen muesst:-)

heute und morgen sind mal wieder streiks angesagt. das ganze sollte jedoch ruhig verlaufen, dennoch bekam ich warnungen von den schweizern und den amis.
es fanden zwar schon mehrere treffen mit der regierung statt wegen "la vie chere", doch die resultate sind mager. zuviele ungeloeste traktanden stehen noch auf der liste, zudem spuert man eine gewisse machtlosigkeit, aber auch desisnteresse seitens der regierung. im moment wird alles wieder ein bisschen knapp. der hauptreisimporteur taiwan hat irgendein exportstopp veranlasst, sodass der reis noch teurer ist. der mais und die hirse (haupthaupt nahrungsmittel) werden ahnscheinend knapp. viele burkinabes wollen einen stock anschaffen, doch muss zuerst das geld zusammengekratzt werden, um ueberhaupt etwas reserve kaufen zu koennen.
im marina market (shoppingtempel ouagas) waren die regale leerer als auch schon. was mich schon fast beaengstigte war, dass sie die luecken mit tonnen buechsenokra fuelletn. okra kann man hier frisch an jeder ecke billig einkaufen. da hat wohl einer einen fehlkauf getaetigt. Nun waehrend der krise wurden sie aus dem keller geholt, in der hoffnung, diese buechsen wegen der nahrungsknappheit loszuwerden. das verfallsdatum habe ich mir nicht angeschaut...

Mittwoch, 26. März 2008

marceline


das ist marceline, meine bonne.
ich habe sie mal vor die linse gekriegt. sie ist die gute seele, die fuer mich waescht, putzt und kocht. meine haende waeren laengst wie schmirgelpapier, mein haus wuerde im staub versinken und mein bauch haette ein riesen loch ohne sie. doch lachen fuer das foto,trotz ihrem neuen kleid, wollte sie einfach nicht....:-)

Dienstag, 25. März 2008

drunter und drueber








die letzten 2 tage waren etwas hektisch. die schule haben wir ja schon wieder am ostermontag begonnen, jedoch mit einer lehrerfortbildung. ich wollte euch ja auf den neusten stand bringen, doch gestern fehlte mir die zeit. heute war auch irgendwie der wurm drin. wir hatten bis 14.00 uhr keinen strom und der generator ist zudem auch noch ausgefallen. das schlimmste war ja nicht, dass wir keine pc's gebrauchen konnten, schlimmer war, dass wir keinen ventilator, geschweige klimaanlage hatten. um die mittagszeit stieg die themperatur doch schon auf 40 grad und dies erhitzt die koepfe schon maechtig. unser wasserreservoir war auch geleert worden und ohne strom konnte es nicht nachgefuellt werden. dies bemerkte ich natuerlich auch erst, als wir alle pinsel voller farbe in den haenden hielten. auf dem schulareal hat es trinkwasserfontaenen, die natuerlich auch nur mit strom funktionieren. das wasser lief regelrecht im mund zusammen und der durst wurde immer groesser.
nun scheint sich das ganze wieder eingerenkt zu haben.
dennoch...ich wollte all die lieben mails beantworten und schaffte bis jetzt nur wenige. ihr werdet aber bald eure antwort im mailkasten finden.
zudem habe ich auch zu hause regen betrieb. rose aus bobo, carine aus hounde und christine logieren im moment bei uns. zum ersten mal wurden die zimmer knapp:-)carine reist heute abend weiter und rose wird morgen den heimweg antreten.
am dienstag, an meinem geburtstag feierte ich eigentlich nicht gross geburtstag. mir fehlte irgendwie das gefuehl und zudem wusste es ja hier niemand. doch als ich all die lieben anrufe erhielt, erwaermte sich mein herz schon ein bisschen. schoen, dass ihr mich nicht vergessen habt!:-) die fotos der feinen buttercreme torte habt ihr ja schon gesehen. durch den tag war ich im park von ouaga. so oft fahr icgh daran vorbei, da er gerade um die ecke ist. nun war es mal zeit, durchzuspazieren. zuerst besuchte ich einen kleinen zoo. der fuehhrer hatte ein schweres los. die meiste zeit klingelte das handy, sodass er keinen zuhoerer hatte. danach schlenderte ich im park rum. ich dachte immer, dass die schweiz ein schildergarten hat, aber hier uebertrifft die menge unseren wald. so viele schilder auf einem fleckchen park. zudem fluechtete ich nach etwa 30 min. nach hause. die sonne brannte vom himmel und der park ist ein wald ohne blaetter an den baeumen. kein bisschen schatten war zu finden.
abends gingen wir dann im wollosso poulet grille essen. mmhhh...war fein!

Mittwoch, 12. März 2008

pluie de mangues


mitten in der nacht wachte ich auf. war das nicht eine tuer die zuschlug? ich horchte und merkte, dass es der wind sein muss, der ploetzlich heftig blies. ich stand auf, schaute auf das handy, da ich eine nachricht erwarte (ich warte immer noch) und ging ins wohnzimmer. die luft roch speziell und es windete quer und laengs durchs haus. komisch...
als ich die fenster schliessen konnte, machte ich mich wieder ins bett. was war dies nun fuer ein geraeusch? ES REGNET! unglaublich. fuer etwa 20 minuten schuettete es regentropfen vom himmel. der erste regen wird hier "mangoregen" genennt. bevor diese tropfen nicht fallen, verzichten viele burkinabes auf mangos. sie meinen, dass krankheiten uebertragen werden koennen, bevor die fruechte nicht das erste mal "gewaschen" wurden.
heute morgen konnte man draussen kaum mehr erkennen, dass regen fiel. die erde war wieder staubtrocken. die luft fuehlt sich tropisch an. doch welch klarer blick. der himmel ist zwar immer noch grau, doch dieses mal nicht von staubiger luft.

Montag, 3. März 2008

wolosso






stephane hat sich seinen traum erfuellt. am freitag eroeffnete er sein maquis "wolosso". nach mehreren anlaeufen hat er nun die geeignete ecke gefunden. ich finde die lage und das maquis sehr ansprechend. die groesse ist perfekt, es hat ein paar gruene punkte (baeume und straeucher) und eine schoene piste (wort fuer tanzflaeche).
das beste aber ist sein koch. der fisch vom freitag war eine wucht. das poulet auch herrvorragend. es ist auch das erste mal, dass ich so schoen garnierte teller aufgetischt bekomme. wirklich super! nicht einmal in einem restaurant waere das zu erwarten.
auf jeden fall ist mein lieblingsmaquis aboussouan nun out. erstens ist es viel witer weg und ueber das doppelte teurer. welch glueck nun das wolosso in der naehe zu haben.
am freitag war die inoffizoielle eroeffnung und am 8.3. findet die offizielle statt. ich fragte was der unterschied sei. es gibt keinen unterschied wurde mir berichtet. dennoch...im radio wird fuer den 8. werbung gemacht, was vielleicht zu "neuen" leuten fuehrt.
was ist eigentlich ein maquis?
ein mittelding von bar und disco. oft oeffnen sie um ca. 10 uhr. angeboten werden sucrerie und bier. es hat verschieden e garkuechen davor, wo man eine esensbestellung aufgeben kann. die wird dann an den tisch geliefert. die koeche bezahlen dem maquis oft einen fixbetrag, oder es wird nach umsatz bezahlt.
die burkinabes lieben es, ihre wochenenden in maquis zu verbringen. es wird oft ueber stunden bier getrunken und ueber gott und die welt geredet. gegen abend wird es dann schwierig mit gespraechen. die lautsprecher werden bis an die grenzen getestet. ich bewundere die leute, die vor lauter dezibelueberschlagungen noch eine melodie erkennen. ausgelassen wird getanzt und gefeiert.
nun hab ich also mein maquis gefunden. dies nicht nur, weil ich den besitzer kenne.
die kueche ist das puenktchen auf dem i. hoffen wir, dass es bei anderen leuten auch so auf freude stoesst! bon courage steph...

Freitag, 29. Februar 2008

Puhhh...

gestern morgen schien alles noch ruhig zu bleiben, doch das aenderte sich schlagartig. das schweizerische konsulat mailte mir, dass es berits ausschreitungen gibt und rief zur vorsicht auf. auch konnten sie die quartiere nennnen, wo es heftig zu und her ging. an der schule nahm zu dieser zeit noch alles seinen gewohnten gang. die amerikanische botschaft informierte dann um halb 12 den direktor, dass die situation etwas ausser kontrolle geraet.
ich aergerte mich unglaublich. alle privaten und oeffentlichen schulen entschieden, dass am donnerstag schulfrei ist. die amis aber, reagierten meiner meinung aber zu langsam. denn schlussendlich hatten wir den stress, als es um viertekl vor 12 hiess, wir muessen die schule evakuieren.
zudem wurden als erstes die amerikanischen botschaftskinder "befreit". verstehe ich einfach nicht....
wie gesagt, um viertel vor 12 kundete der direx durch den lautsprecher die evakuierung an. die eltern wurden gebeten, bis 12 ihre kinder in der schule abzuholen. gewisse wohnen in den betroffenen gebieten und waren dementsprechend aufgeregt. dennoch muss ich sagen, dass nur in den ersten 5 minuten etwas aufruhr entstand und die kinder sich dannach mustergueltig verhielten.
auf jeden fall ging dann alles recht gut ueber die buehne. ich setzte mich auch ins auto und fuhr nach hause. dort befreite ich marceline von ihrer arbeit und schickte sie nach hause, da es zu dem zeitpunkt noch ruhig war in ihrem quartier.
mam und ich schlossen uns im haus ein und warteten ab. das staatliche fernsehen kann man vergessen. keine infos wurden ausgestrahlt. in den 20 uhr nachrichten kam ein kurzer bericht. also hoerte ich radio, aber auch dort erzaehlten sie nicht mehr als ich schon wusste.
gegen abend beruhigte sich also die situation. in meinem viertel war es zum glueck ruhig geblieben.
die demonstraten verbrannten viele pneus, ampeln wurden umgeworfen, geschaefte demoliert, schilder zerstoert....
durch den stress am morgen war ich voellig k.o. zum glueck waren wir nie wirklich in not, aber es reichte mir komplett.

zu allem unglueck fiel dann um 21 uhr noch der strom aus, was hier jedoch nicht so ungewoehnlich ist. oftmals dauert es 1-2 stunden und dann leuchtet es wieder auf. doch bis heute morgen um halb 7 war immer noch alles dunkel. die nacht war dementsprechend heiss und ich habe fast kein auge zugetan. zudem machte ich mir sorgen um meinen tiefkuehler mit dem fleisch...

zum glueck ist wochenende und ich kann mich ausruhen!

Donnerstag, 28. Februar 2008

anspannung


Foto: Sidwaya 21.2.08

es herrscht leichte verwirrung. seit einer woche wird vom heutigen tag und den demos geredet. wie schon geschrieben, wurde in bobo einiges durcheinander gebracht. das leben wird immer wie teurer in burkina, doch die leute verdienen nicht mehr. teilweise erhoehten sich die preise um 60%. schon nur im letzten monat stiegen gewisse preise. im marina market sind die regale nicht mehr ganz so ueberfuellt (was nicht schadet) oder gewisse produkte findet man nicht. die besitzer teilten mit, dass durch die benzinpreiserhoehung/oel die transportkosten einfach zu hoch werden. die nahrungsmittel, die den weg mit dem schiff zu uns finden, werden deswegen zu gold. man darf nicht vergessen, dass schon vorher viele burkinabes mit dem geld jonglieren mussten, um ueberhaupt etwas in den magen zu bekommen.
gestern war nun der direktor larry staendig in kontakt mit der amerikanischen botschaft, die wiederum mit den ordnungskraeften der stadt ouaga.
die situation ist schwierig einzuschaetzen, da nichts klar ist. eigentlich haben die demonstranten die demo wieder abgesagt, da sich gewisse extreme bereits auf krawalle freuten.
die deutschen und die belgier (botschaften) haben ihren leuten geraten, heute nicht zur arbeit zu gehen. die schweizer mailten mir und baten um vorsicht.
gestern nacht ging ich essen und teilweise standen autoreifen rum. da fragt man sich dann schon....doch anscheinend rueckte die polizei gestern nacht ab 10 aus, um alle pneus und sonst verdaechtigen dinge mitzunehmen.
nun sitze ich in der schule, hinter dicken mauern. was wird der tag wohl bringen?
hoffen wir, es bleibt ruhig...